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Cheesecake Factory – Touristenkitsch oder lohnt es sich?

ca. 6 Min. Lesezeit

Ich mache es kurz: Ich liebe die Cheesecake Factory.

Natürlich kann man die Kette belächeln. Die Restaurants sind groß, die Speisekarte gefühlt noch größer, die Portionen sind typisch amerikanisch und bei der Inneneinrichtung gilt eher „mehr ist mehr“. Wer ausschließlich kleine, unabhängige Restaurants sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich.

Mir ist das ziemlich egal.

Für mich gehört ein Besuch bei The Cheesecake Factory inzwischen einfach zu vielen USA-Reisen dazu. Und ich freue mich jedes Mal darauf.

Warum ich immer wieder hingehe

  • die besondere Atmosphäre der Restaurants
  • für mich vor allem die Chicken-Gerichte
  • das kostenlose Brot mit Butter
  • Roadside Sliders oder Cheeseburger Spring Rolls zum Teilen
  • und natürlich ein Stück Cheesecake zum Abschluss

Schon die Restaurants sind irgendwie speziell

Wer zum ersten Mal eine Cheesecake Factory betritt, dürfte sich kurz fragen, was genau er da eigentlich vor sich hat.

Ein bisschen Restaurant, ein bisschen Hotel-Lobby, ein bisschen Las Vegas. Viel Holz, warme Farben, Leuchten, Verzierungen und irgendwo dazwischen Palmen, Säulen oder andere Dekorationen.

Das Schöne daran: Die Filialen, in denen ich bisher gewesen bin, sehen nicht einfach alle gleich aus. Die typische Cheesecake-Factory-Handschrift erkennt man sofort, aber trotzdem hat jedes Restaurant seinen eigenen Charakter.

Dezent ist anders. Aber genau das gehört für mich dazu.

Chicken-Gericht, Alfredo Pasta, Cheeseburger Spring Rolls und Brot bei The Cheesecake Factory

Bei mir geht es vor allem ums Chicken

Natürlich gibt es dort auch Burger, Pizza, Salate und alles Mögliche andere. Für mich persönlich sind Burger oder Pizza bei The Cheesecake Factory allerdings eher uninteressant.

Wenn ich dort essen gehe, möchte ich eines der Chicken-Gerichte.

Mein persönlicher Favorit war jahrelang Chicken Riesling. Das Gericht war bei mir praktisch gesetzt. Leider ist es irgendwann von der Karte verschwunden – warum, weiß ich bis heute nicht. Besonders begeistert bin ich davon immer noch nicht.

Mein Sohn hat dieses Problem nicht. Für ihn gibt es eigentlich nur eine Bestellung:

Chicken Madeira.

Immer.

Ich dagegen suche seit dem Verschwinden meines Chicken Riesling noch nach einem würdigen Nachfolger. Chicken Parmesan könnte ein Kandidat werden. Aber bevor ich mich endgültig festlege, muss ich mich wohl noch ein bisschen durch die Karte essen. Es gibt schlimmere Aufgaben.

Und dann gibt es noch die Alfredo Sauce

Eine Sache muss unbedingt erwähnt werden: die Creamy Rich Alfredo Sauce.

Die ist nun wirklich kein Gericht, bei dem man anschließend stolz seine Fitness-App öffnet. Aber im Urlaub darf das auch mal egal sein.

Cremig, mächtig und genau so, wie man sich eine amerikanische Alfredo Sauce vorstellt. Wenn sie irgendwo als Beilage oder Bestandteil eines Gerichts auftaucht, fällt es mir ausgesprochen schwer, Nein zu sagen.

Gesund ist anders. Urlaub aber auch.

Mein Problem mit der Speisekarte

Eigentlich müsste ich jedes Mal etwas Neues ausprobieren. Tatsächlich lande ich aber immer wieder bei Chicken, Alfredo Sauce und denselben Vorspeisen. Mein Sohn macht es noch konsequenter: Chicken Madeira – Thema erledigt.

Das Brot könnte mir eigentlich schon reichen

Bevor überhaupt die Bestellung kommt, steht normalerweise schon das Brot auf dem Tisch.

Zwei verschiedene Sorten, dazu Butter.

Mehr ist es eigentlich nicht.

Und trotzdem könnte ich mich allein daran schon sattessen.

Vor allem das dunklere Brot zusammen mit der Butter gehört für mich inzwischen so selbstverständlich zum Besuch dazu, dass ich vermutlich irritiert wäre, wenn es irgendwann nicht mehr serviert würde.

Die einzige vernünftige Strategie lautet deshalb: nicht zu viel davon essen.

Ich halte mich nur leider nicht immer daran.

Vorspeise? Ja. Aber bitte teilen.

Auch bei den Vorspeisen habe ich meine Favoriten.

Entweder die Roadside Sliders – kleine Burger, die sich wunderbar teilen lassen – oder die Cheeseburger Spring Rolls.

Letztere klingen zunächst ein bisschen absurd. Cheeseburger in einer Frühlingsrolle?

Funktioniert erstaunlich gut.

Die knusprigen Rollen kommen mit passenden Saucen auf den Tisch und sind für mich genau die Art von amerikanischer Vorspeise, die ich im Urlaub gerne esse.

Aber auch hier gilt: teilen.

Mit zwei Personen sowieso, mit drei oder vier funktioniert das ebenfalls prima. Schließlich wissen wir zu diesem Zeitpunkt alle, was danach noch kommt.

Dann wäre da noch der eigentliche Grund für den Namen

Irgendwann sind Brot, Vorspeise und Hauptgericht geschafft.

Und dann kommt der Moment, in dem man sich eigentlich vernünftigerweise zurücklehnen und sagen müsste:

„Das war's.“

Leider sitzt man in einem Restaurant, das The Cheesecake Factory heißt.

Also natürlich nicht.

Große Auswahl verschiedener Cheesecakes in der Kuchentheke von The Cheesecake Factory

Die Cheesecake-Theke ist jedes Mal aufs Neue gefährlich. Schokolade, Karamell, Früchte, Erdnussbutter, klassische Varianten und diverse Kombinationen, bei denen man sich fragt, wie das alles noch in ein einziges Stück Kuchen passen soll.

Mein Favorit ist ziemlich eindeutig:

Key Lime Cheesecake.

Schön frisch, leicht säuerlich und dadurch für meinen Geschmack wesentlich angenehmer als manche der extrem süßen Varianten.

„Leicht“ sollte man dabei allerdings nicht mit kalorienarm verwechseln.

Ein Stück Cheesecake ist bei The Cheesecake Factory kein kleines Dessert für den schnellen Abschluss. Nach Brot, Vorspeise und Hauptgericht kann man so ein Stück problemlos mit mehreren Personen teilen.

Und ja: Das mache ich tatsächlich.

Meistens.

Mein Tipp für den ersten Besuch

Bestellt nicht jeder eine Vorspeise und danach noch jeder einen eigenen Cheesecake. Teilt euch lieber eine Vorspeise und entscheidet nach dem Hauptgericht, ob überhaupt noch Platz für Kuchen ist. Ein Stück für den Tisch reicht häufig vollkommen.

Reservieren oder einfach hingehen?

Ich würde – sofern es zeitlich planbar ist – reservieren.

The Cheesecake Factory ist nach meiner Erfahrung nach wie vor sehr gut besucht. Gerade abends und am Wochenende kann es entsprechend voll werden.

Wenn wir auf einer Rundreise sowieso wissen, dass wir an einem bestimmten Abend dort essen möchten, sehe ich keinen Grund, anschließend eine Stunde vor dem Restaurant zu warten.

Falls eine Reservierung nicht möglich ist, würde ich versuchen, etwas außerhalb der klassischen Stoßzeiten zu kommen.

Und selbst dann gilt: Ein bisschen Wartezeit sollte einen nicht überraschen.

Touristenkitsch oder wirklich einen Besuch wert?

Ist The Cheesecake Factory ein kleines, authentisches Restaurant, das nur Einheimische kennen?

Natürlich nicht.

Ist manches daran völlig übertrieben?

Definitiv.

Gehe ich trotzdem immer wieder gerne hin?

Auf jeden Fall.

Und genau deshalb gehört die Cheesecake Factory für mich genauso zu den USA wie viele kleine, unabhängige Restaurants, die ich auf meinen Reisen ebenfalls gerne besuche.

Es muss nicht immer entweder das eine oder das andere sein.

Manchmal darf ein Restaurantbesuch einfach Spaß machen. Man sitzt in einem ziemlich verrückt eingerichteten Restaurant, hat schon viel zu viel Brot gegessen, teilt sich Cheeseburger Spring Rolls, versucht ein neues Chicken-Gericht und bestellt am Ende trotzdem noch ein Stück Key Lime Cheesecake.

Und während ich danach jedes Mal behaupte, dass ich beim nächsten Besuch wirklich weniger bestelle, weiß ich eigentlich schon, dass das nicht passieren wird.

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