Zwei Freunde. Ein Roadtrip. Der Südwesten der USA.

Die Idee zu dieser Reise kam eigentlich von der Frau meines Freundes. Er wollte schon lange einmal in die USA, sie hatte darauf allerdings überhaupt keine Lust. Also meinte sie irgendwann sinngemäß: „Dann frag doch Michael, ob er mit dir fliegt.“
Gesagt, getan.
Ich war zu diesem Zeitpunkt schon oft in den USA gewesen. Mein Freund dagegen kannte das Land nur aus Filmen, Fernsehen und Erzählungen. Das war für mich eine interessante Kombination. Denn wenn man selbst schon viele Male drüben war, nimmt man manche Dinge irgendwann als selbstverständlich hin. Die riesigen Straßen, die gewaltigen Supermärkte, die amerikanischen Autos oder auch die Tatsache, dass ein gewöhnlicher Restaurantbesuch gelegentlich zum kleinen Erlebnis wird.
Für jemanden, der zum ersten Mal amerikanischen Boden betritt, sieht das alles etwas anders aus.
Wir hatten neun Übernachtungen zur Verfügung und wollten in dieser Zeit möglichst viel erleben. Las Vegas sollte unser Ausgangs- und Endpunkt sein. Dazwischen lagen die Route 66, der Grand Canyon, Page und der Zion Nationalpark.
Kein Urlaub zum Ausschlafen. Aber das hatten wir auch nicht vor.
Hannover – Amsterdam – Detroit – Las Vegas
Ich fliege ausgesprochen gerne über Amsterdam in die USA. Von Hannover ist das ein kurzer Zubringerflug, und am Flughafen Schiphol lassen sich die internationalen Verbindungen gut erreichen.
Unsere Route führte uns mit KLM zunächst nach Amsterdam, von dort mit Delta Air Lines über Detroit nach Las Vegas.
Für meinen Freund begann das Abenteuer spätestens mit dem Langstreckenflug. Für mich gehört so eine Anreise inzwischen dazu, wobei auch ich nach vielen Stunden im Flugzeug irgendwann froh bin, wenn ich endlich im Mietwagen sitze.
In Las Vegas angekommen, wartete allerdings noch eine kleine Herausforderung auf uns: neun Stunden Zeitunterschied.
Wer meint, er könne nach einem langen Reisetag einfach noch bis tief in die Nacht den Strip unsicher machen, hat möglicherweise eine andere Kondition als wir.
Las Vegas – der erste Abend
Unser erstes Hotel war das Hampton Inn Tropicana, etwas abseits des eigentlichen Strip.
Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem Walgreens. Wir brauchten noch ein paar Kleinigkeiten und wollten natürlich auch gleich ein bisschen von Las Vegas sehen.
Für meinen Freund war das bereits ein Erlebnis. Er wusste teilweise gar nicht, wo er zuerst hinschauen sollte. Die breiten Straßen, die Ampelanlagen, die Autos, die riesigen Hotels und die Menschen – alles war neu.
Und Las Vegas ist nun wirklich nicht der Ort, an dem man einen besonders zurückhaltenden ersten Eindruck von Amerika bekommt.
Wir liefen noch in unseren langen Hosen herum, die wir für den Flug angezogen hatten. Draußen war es drückend warm. Dazu kamen Hunger, Müdigkeit und der Jetlag.
Am Ende wurde es kein großer erster Abend. Wir aßen noch ein Stück Pizza und gingen ziemlich früh schlafen.
Man muss eben nicht gleich am ersten Tag die ganze Stadt erobern.
Ein Tag zum Ankommen – und ein ziemlich hoher Ausflug
Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder anders aus.
Bevor wir uns auf unsere kleine Rundreise machten, mussten wir allerdings erst einmal den Kofferraum ausstatten. Also ging es zum Walmart.
Für mich gehört dieser erste Supermarktbesuch inzwischen fast zu jeder USA-Reise. Ein paar große Wasserflaschen, Getränke für unterwegs, haltbare Lebensmittel und etwas zum Knabbern. Gerade im Südwesten, wo zwischen zwei Orten durchaus längere Strecken liegen können, ist ein vernünftiger Vorrat im Auto keine schlechte Idee.
Nebenbei schauten wir noch in ein paar Geschäften für Sportbekleidung vorbei.
Danach stand unser erster richtiger Ausflug auf dem Programm: der Hoover Dam.
Hoover Dam – meine Höhenangst fährt mit
Der Hoover Dam liegt nur eine überschaubare Autofahrt von Las Vegas entfernt. Ich war schon früher dort gewesen, aber seit meinem letzten Besuch hatte sich einiges verändert.
Besonders die gewaltige Mike O’Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge, über die heute der Highway führt, wollte ich mir genauer ansehen.
Es gibt dort einen Fußweg, von dem aus man einen fantastischen Blick auf den Staudamm hat.
Eigentlich.
Ich muss dazu sagen, dass ich unter extremer Höhenangst leide. Nicht unter einem leichten Unwohlsein, wenn ich irgendwo weit oben stehe. Sondern unter richtiger Höhenangst.
Trotzdem wollte ich auf diese Brücke.
Wir stellten das Auto ab, liefen den Weg hinauf und gingen schließlich auf den Fußgängerbereich der Brücke. Allein die Dimensionen dieses Bauwerks sind gewaltig.
Ich habe mich tatsächlich getraut, einen kurzen Blick nach unten zu werfen.
Dann noch schnell ein Foto.
Und anschließend war ich ziemlich froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Mein Freund konnte sich die Aussicht vermutlich etwas entspannter anschauen.

Anschließend fuhren wir zum eigentlichen Hoover Dam, parkten im Parkhaus und sahen uns die Anlage an. Auch nach mehreren Besuchen finde ich dieses Bauwerk beeindruckend. Wenn man dort steht, bekommt man erst eine Vorstellung davon, was hier mitten in der Wüste geschaffen wurde.
Auffällig war allerdings wieder der niedrige Wasserstand des Lake Mead. An den hellen Streifen an den Felsen lässt sich gut erkennen, wie hoch das Wasser früher einmal stand.
Mein Tipp: Wer den Hoover Dam besuchen möchte, sollte möglichst früh dort sein. Sowohl der Parkplatz an der Brücke als auch das Parkhaus am Staudamm können sich schnell füllen. Und wenn die Parkmöglichkeiten knapp werden, geht unter Umständen viel Zeit verloren.
Lohnt sich der Ausflug von Las Vegas?
Für mich ganz eindeutig: ja.
Gerade am Anfang einer Rundreise ist das ein schöner Einstieg. Man muss noch keine riesige Strecke fahren und hat trotzdem schon etwas Besonderes erlebt.
Cheesecake Factory statt Casino-Buffet
Am Abend gingen wir an den Strip und aßen in der Cheesecake Factory.
Ich mag diese amerikanische Restaurantkette. Die Speisekarte ist riesig, die Portionen sind ordentlich, und man findet eigentlich immer etwas, auf das man Lust hat.
Danach schauten wir uns noch ein bisschen das Nachtleben an. Die beleuchteten Hotels, die Musik, die Menschenmassen – Las Vegas funktioniert abends einfach anders als tagsüber.
Allzu spät wurde es trotzdem nicht. Am nächsten Morgen wollten wir schließlich Richtung Grand Canyon aufbrechen.
Unser Hotel: Hampton Inn Tropicana
Das Hampton Inn Tropicana war für diesen ersten Aufenthalt eine gute Wahl.
Die Zimmer waren groß und sauber, wenn auch eher schlicht eingerichtet. Das Frühstück bot die übliche Hampton-Auswahl mit warmen und kalten Speisen, Bagels, Obst, Müsli, Kaffee und Säften. Kein Luxus, aber für amerikanische Verhältnisse durchaus ordentlich.
Mir gefällt dort besonders, dass es ruhiger und übersichtlicher zugeht als in den großen Casinohotels. Parkplätze gibt es direkt am Haus, teilweise sogar überdacht. Bei unserem Besuch im Mai 2023 kostete das Parken zehn Dollar pro Tag.
Auch die Lage fand ich interessant. In der Nähe befindet sich das Allegiant Stadium, das imposante Footballstadion der Las Vegas Raiders. Von unserem Zimmer konnten wir das Stadion sehen, und auch die Sphere gehörte zu den auffälligen Bauwerken in unserem Blickfeld.
Ich habe das Hotel inzwischen auch Kunden empfohlen, die Las Vegas als Ausgangspunkt einer Mietwagenreise nutzen und nicht unbedingt mitten im Trubel wohnen möchten.
Allerdings würde ich unterscheiden: Wer Las Vegas nur einmal während seiner Rundreise besucht, sollte meiner Meinung nach durchaus überlegen, direkt am Strip zu übernachten. Einmal gehört das irgendwie dazu.

Auf der Route 66 zum Grand Canyon
Am nächsten Morgen beluden wir unseren Mietwagen und verließen Las Vegas.
Über die Interstate 11 und die US 93 ging es Richtung Kingman in Arizona. Dabei kamen wir noch einmal am Hoover Dam vorbei – diesmal allerdings ohne erneuten Besuch.
In Kingman legten wir eine Pause am Route 66 Museum ein.
Das Museum selbst haben wir nicht besichtigt. Wir schauten uns lediglich den öffentlich zugänglichen Bereich und den Shop an. Draußen hatten wir dafür Glück: Am Route-66-Bogen war gerade so wenig los, dass wir unseren Mietwagen direkt davorfahren und ein paar Fotos machen konnten.
Auf der anderen Straßenseite befindet sich Mr. D’z Route 66 Diner.
Ein amerikanisches Diner, wie man es sich vorstellt. Ich war kurz drinnen, habe mich umgeschaut und ein Foto gemacht. Gegessen haben wir dort allerdings nicht.
Anschließend folgten wir der historischen Route 66 von Kingman nach Seligman.
Ein bisschen Route-66-Nostalgie
Ich weiß, dass viele USA-Reisende mit der Route 66 große Erwartungen verbinden. Die legendäre Straße, die alten Motels, amerikanische Oldtimer, Neonreklamen und das Gefühl, auf den Spuren vergangener Jahrzehnte unterwegs zu sein.
Ganz so romantisch war unser Erlebnis nicht.
Den viel beschworenen Mythos haben wir auf diesem Abschnitt ehrlich gesagt nicht wirklich gespürt.
Trotzdem würde ich die Strecke jederzeit wieder fahren.
Die Landschaft ist schön, es gibt wenig Verkehr, und man fährt ganz entspannt durch ein Stück Arizona, das man von der Interstate aus kaum wahrnehmen würde.
Für mich war das schon Grund genug.

In Seligman ging es schließlich wieder auf die Interstate 40, diesmal in östlicher Richtung nach Williams.
Dabei musste ich schmunzeln. Würden wir dieser Interstate nur lange genug folgen, kämen wir irgendwann in North Carolina heraus – nicht allzu weit von Greensboro entfernt, wo mein bester Freund in den USA lebt.
Auf der Landkarte sieht das manchmal alles so einfach aus.
In Wirklichkeit liegen da noch ein paar tausend Kilometer dazwischen.
Hinter Williams bogen wir auf die AZ-64 Richtung Grand Canyon ab.
Unser Hotel lag in Tusayan, unmittelbar südlich des Nationalparks. Wir checkten im damaligen Best Western Grand Canyon Squire Inn ein, stellten unsere Sachen ab und fuhren direkt weiter zum South Rim.
Wir wollten den Sonnenuntergang nicht verpassen.
Grand Canyon – auch beim wiederholten Besuch sprachlos
Ich hatte den Grand Canyon schon mehrfach gesehen.
Mein Freund noch nie.
Als wir schließlich am Rand standen und sich diese gewaltige Landschaft vor uns öffnete, war er für einen Moment tatsächlich sprachlos.
Ich konnte ihn gut verstehen.
Auch wenn ich den Grand Canyon bereits kannte: Dieser Blick wird für mich wohl niemals langweilig werden.
Auf Fotos sieht man eine riesige Schlucht mit farbigen Gesteinsschichten. In Wirklichkeit steht man vor einer Landschaft, deren Dimensionen sich kaum erfassen lassen. Die gegenüberliegenden Felswände wirken zum Greifen nah und sind doch kilometerweit entfernt.
Und dann verändert sich mit dem Licht auch noch ständig das Bild.
Wir hatten Glück mit unserer Reisezeit im Mai. Natürlich waren andere Besucher unterwegs, aber von völlig überlaufenen Aussichtspunkten konnte bei unserem Besuch keine Rede sein.
So konnten wir den Sonnenuntergang genießen und in Ruhe fotografieren.

Abends ging es zurück nach Tusayan. Dort aßen wir bei We Cook Pizza & Pasta.
Die Pizza war gut. Das Restaurant selbst würde ich eher als größeren Imbiss beschreiben. Viel Atmosphäre darf man nicht erwarten, aber das ist in einem Ort wie Tusayan auch nicht verwunderlich. Hier kommen schließlich ständig neue Besucher an, die nach einem langen Tag im Nationalpark noch etwas essen möchten.
Für uns passte es.
Am nächsten Morgen: Mather Point und weitere Aussichtspunkte
Am nächsten Morgen ging es erneut zum Grand Canyon.
Unsere erste Anlaufstelle war der Mather Point. Wir liefen ein Stück am Rim entlang, besuchten das Visitor Center und fuhren anschließend weitere Aussichtspunkte an.
Meine Empfehlung ist ganz einfach: Bleibt nicht beim ersten schönen Ausblick stehen.
Am Grand Canyon verändert sich die Perspektive mit jedem Aussichtspunkt. Mal sieht man tiefer in die Schlucht, mal erkennt man einzelne Felsformationen besonders gut, mal öffnet sich ein ganz anderes Panorama.
Für mich lohnt sich dort praktisch jeder Stopp.

Was ich allerdings bis heute nicht verstehe, ist das Verhalten mancher Besucher.
Wir sahen Erwachsene und sogar Kinder, die befestigte Wege verließen und auf Felsen bis unmittelbar an die Abbruchkante kletterten.
Wofür?
Für ein Foto, das möglicherweise ein bisschen spektakulärer aussieht?
Mir wäre kein Bild der Welt dieses Risiko wert. Gerade am Grand Canyon gibt es genügend Stellen, von denen man sicher fotografieren kann. Man muss nicht noch die letzten Zentimeter bis zum Abgrund ausreizen.
Irgendwann mussten wir uns dann doch verabschieden. Unsere nächste Station wartete bereits.
Und schon die Fahrt dorthin sollte wieder ein Erlebnis werden.
Über den Antelope Pass nach Page
Wir verließen den Grand Canyon in Richtung Osten und fuhren weiter nach Page.
Was ich an dieser Region besonders mag, ist der ständige Wechsel der Landschaft.
Gerade glaubt man, sich an die Umgebung gewöhnt zu haben, und wenige Kilometer später sieht alles wieder völlig anders aus.
Besonders gut erinnere ich mich an den Bereich bei Bitter Springs.
Dort beginnt die Straße, sich in die Berge hinaufzuwinden. Über den Antelope Pass geht es durch eine Landschaft mit gewaltigen roten Felsen, die teilweise direkt neben der Fahrbahn aufragen.
Wir machten Fotos und genossen die Fahrt.
Kurz vor der Passhöhe entstand auch eines meiner Lieblingsbilder dieser Etappe: die Straße, die zwischen den roten Felsen hindurchführt.

Und als wir schließlich die Kuppe hinter uns gelassen hatten, veränderte sich die Landschaft erneut.
Vor uns lag die weite Gegend rund um Page.
Für mich sind das die Momente, die einen amerikanischen Roadtrip ausmachen. Natürlich möchte man die bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen. Aber manchmal ist schon die Fahrt dorthin richtig schön.
Horseshoe Bend – viel größer als erwartet
Noch bevor wir unser Hotel erreichten, fuhren wir zum Horseshoe Bend.
Die berühmte Schleife des Colorado River kennt inzwischen wohl jeder, der sich einmal mit dem Südwesten der USA beschäftigt hat.
Auch ich hatte natürlich schon unzählige Fotos davon gesehen.
Trotzdem beeindruckt mich der Anblick vor Ort jedes Mal aufs Neue.
Die Dimensionen sind auf Fotos nur schwer zu vermitteln. Man steht oberhalb der gewaltigen Felswände und schaut auf den Colorado River, der tief unten fast einen vollständigen Kreis um den mächtigen Felsen zieht.
Bis man am Aussichtspunkt steht, muss man allerdings ein Stück vom Parkplatz laufen.
Bei unserem Besuch war es ausgesprochen heiß. Natürlichen Schatten gibt es auf diesem Weg kaum. Ein paar künstliche Schattenspender bieten unterwegs Gelegenheit für eine kurze Pause.
Wer im Sommer nach Page kommt, sollte die Sonne auf keinen Fall unterschätzen. Wasser und Sonnenschutz gehören hier unbedingt dazu.
Wir blieben eine Weile, machten Fotos und fuhren anschließend zum Hotel.

Unsere Unterkunft war das Hampton Inn & Suites Page – Lake Powell.
Ein modernes, sauberes Hotel mit dem gewohnten Hampton-Standard. Ich war damit zufrieden. Allerdings gehört es preislich nicht unbedingt zu den günstigsten Unterkünften in Page. Bei meinen Kunden fällt die Wahl deshalb häufig auf andere Hotels, die ebenfalls gut sind, aber weniger kosten.
Gone West – so gefällt mir Amerika
Am Abend landeten wir im Gone West Family Restaurant.
Und manchmal ist es eben so, dass man ein Restaurant betritt und ziemlich schnell weiß: Hier gefällt es mir.
Das Essen war lecker, die Preise für uns in Ordnung, die Atmosphäre angenehm locker.
Kein steifes Restaurant, kein übertriebenes Getue.
Einfach ein Laden, in dem man gerne sitzt.
Uns gefiel es so gut, dass wir beschlossen, am nächsten Abend wiederzukommen.
Das passiert mir auf einer Rundreise nicht besonders oft. Normalerweise probiere ich gerne verschiedene Restaurants aus.
Aber warum sollte man etwas ändern, wenn es einem richtig gut gefällt?
Page – ein Tag, der eigentlich zwei hätte sein können
Am nächsten Morgen stand einer der bekanntesten Orte rund um Page auf unserem Programm: der Lower Antelope Canyon.
Wir hatten die Tour im Voraus gebucht. Das würde ich inzwischen auch jedem empfehlen.
Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen man deutlich spontaner einen der Antelope Canyons besuchen konnte. Mit der enormen Bekanntheit durch Instagram und andere soziale Medien hat sich das gründlich verändert.
Heute gehören die Slot Canyons zu den gefragtesten Sehenswürdigkeiten der Region.
Lower Antelope Canyon – wunderschön, aber ziemlich durchgetaktet
Der Lower Antelope Canyon ist wirklich beeindruckend.
Man bewegt sich durch enge Felsspalten, zwischen geschwungenen Sandsteinwänden und durch Passagen, in denen das Licht die unterschiedlichsten Farben hervorbringt.
Manchmal sieht der Fels fast orange aus, wenige Schritte weiter eher violett oder rotbraun.
Allerdings sollte niemand erwarten, dort in aller Ruhe und ganz allein fotografieren zu können.
Bei unserem Besuch starteten in kurzen Abständen neue Gruppen. Die Führungen waren streng organisiert, und man hatte immer wieder andere Besucher vor oder hinter sich.
Unser Guide gab uns zu Beginn ein paar Tipps zu den Kameraeinstellungen unserer Smartphones.
Danach ging es zügig durch den Canyon.
Ich hätte mir an manchen Stellen durchaus etwas mehr Zeit gewünscht.
Andererseits verstehe ich natürlich, dass die Besucherströme irgendwie organisiert werden müssen.
Was ich jedem empfehlen würde: Schaut zwischendurch auch einmal vom Handydisplay hoch.
Die Versuchung ist groß, ständig neue Fotos zu machen. Am Ende hat man dann vielleicht 200 Aufnahmen auf dem Telefon, aber die eigentliche Atmosphäre kaum wahrgenommen.

Ich finde, 20 oder 30 bewusst aufgenommene Bilder reichen völlig. Daraus bleiben am Ende ohnehin nur ein paar wirkliche Lieblingsfotos übrig.
Besonders interessant fand ich den Ausgang.
Man steigt durch eine vergleichsweise unscheinbare Felsspalte wieder ans Tageslicht. Wenn man anschließend oben steht und sich umschaut, kann man kaum glauben, welche Landschaft sich unmittelbar unter der Oberfläche verbirgt.
Unser Guide demonstrierte uns anschließend noch mit einem kleinen Sandhaufen und einer Wasserflasche, wie solche Canyons durch die Kraft des Wassers entstehen.
Eine einfache Erklärung, die man sich wunderbar merken kann.
Canyon X – endlich Zeit für die Kamera
Für denselben Tag hatten wir noch eine spezielle Fotografentour im Antelope Canyon X gebucht.
Dieser Canyon war bei unserem Besuch 2023 deutlich weniger bekannt als der Lower Antelope Canyon.
Schon bei der Ankunft gab es allerdings eine kleine Verwirrung.
Wir waren eine Stunde zu früh da.
In dieser Gegend ist das mit den Uhrzeiten nämlich nicht ganz so einfach, wie man meinen könnte. Arizona verwendet größtenteils keine Sommerzeit, die Navajo Nation dagegen schon. Je nachdem, welche Zeitangabe man betrachtet, kann das zu Missverständnissen führen.
Ob bei unserer Buchung damals tatsächlich eine andere Zeit galt oder wir einfach eine Angabe falsch interpretiert hatten, kann ich heute nicht mehr sicher sagen.
Jedenfalls hatten wir reichlich Zeit, bis es losging.
Mein Tipp deshalb: Bei Touren auf dem Gebiet der Navajo Nation immer genau prüfen, welche Uhrzeit der Veranstalter in seiner Buchungsbestätigung nennt.
Mit einem kleinen Bus wurden wir anschließend zum Canyon gebracht. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir den Eingang.
Der Canyon X besteht aus unterschiedlichen Bereichen, die wir mit unserem Guide erkundeten.
Im Gegensatz zum Lower Antelope Canyon waren wir hier nur mit einer kleinen Gruppe unterwegs. Bei unserer Fotografentour durften wir sogar unsere Kameras und Stative verwenden.
Unser Guide zeigte uns interessante Perspektiven und Fotospots. Anschließend konnten wir uns auch selbstständig Zeit zum Fotografieren nehmen.
Das war natürlich eine völlig andere Erfahrung.
Nicht ständig weitergehen müssen. Keine dauernden fremden Menschen im Bild. Einfach einmal stehen bleiben, die Kamera einstellen und sich mit dem Motiv beschäftigen.
Wer sich ernsthaft für Fotografie interessiert, wird diesen Unterschied zu schätzen wissen.
Welcher Antelope Canyon ist besser?
Das ist eine Frage, die ich nach dieser Reise durchaus beantworten kann.
Wenn ich mich für nur einen Canyon entscheiden müsste, würde ich den Lower Antelope Canyon wählen. Die Formationen fand ich insgesamt noch beeindruckender.
Trotzdem würde ich persönlich jederzeit wieder beide besuchen.
Der Canyon X hat seinen eigenen Charakter, und gerade die ruhigere Atmosphäre unserer Fotografentour war ein großer Pluspunkt.
Wer lediglich ein paar schöne Urlaubsfotos machen möchte, braucht allerdings nicht unbedingt eine teurere Fotografentour. Für ambitionierte Fotografen kann sich die zusätzliche Zeit dagegen durchaus lohnen.
Über Page, die verschiedenen Canyons und die besten Ausflüge rund um Lake Powell werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben. Denn mit einem kurzen Absatz wird man dieser Gegend wirklich nicht gerecht.
Noch einmal Horseshoe Bend – warum eigentlich nicht?
Nach den beiden Canyon-Touren fuhren wir tatsächlich noch einmal zum Horseshoe Bend.
Ja, wir waren erst am Vortag dort gewesen.
Aber wenn man schon einmal in der Gegend ist und diesen Ausblick so schön findet, spricht doch nichts dagegen, ihn sich ein zweites Mal anzusehen.
Es gibt schließlich schlechtere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen.
Danach ging es noch zum Glen Canyon Dam Overlook.
Hier kann man einen kurzen Spaziergang machen und bekommt einen weiteren schönen Blick auf den Colorado River und die Umgebung der gewaltigen Staumauer.
Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Wir hatten bei unserem späten Besuch Glück und fanden problemlos einen Platz.
Für mich ist dieser Aussichtspunkt eine klare Empfehlung, wenn man ohnehin in Page übernachtet.
Und abends? Natürlich wieder Gone West.
Wir hatten unser Versprechen vom Vorabend nicht vergessen.
Also gingen wir erneut ins Gone West Family Restaurant.
Diesmal gab es sogar Livemusik. Außerdem konnten wir einer örtlichen Line-Dance-Gruppe eine Weile zuschauen.
Genau solche Abende mag ich an den USA.
Man sitzt irgendwo in einem Restaurant, isst gut, hört Musik und schaut den Leuten zu.
Es muss nicht immer die nächste große Sehenswürdigkeit sein.
Manchmal ist ein ganz gewöhnlicher Abend in einem amerikanischen Restaurant mindestens genauso schön.
Kanab – unser Fehler war ein Glücksfall
Am nächsten Morgen verließen wir Page.
Bevor es richtig losging, hielten wir noch einmal am Glen Canyon Dam und schauten uns das Visitor Center an. Wir wollten ein bisschen mehr über den Staudamm und seine Geschichte erfahren.
Anschließend ging es über die US 89 Richtung Utah.
Unser nächstes Hotel lag in Hurricane, westlich des Zion Nationalparks.
Wir hatten uns bewusst gegen eine Unterkunft in Springdale entschieden. Die Hotels dort waren uns für das Gebotene einfach zu teuer.
Das Navigationsgerät hatte eine entsprechend direkte Strecke nach Hurricane vorgesehen.
In Kanab passten wir allerdings nicht richtig auf.
Statt der Route unseres Navis zu folgen, orientierten wir uns an den Schildern zum Zion Nationalpark.
So landeten wir auf der Straße zum Osteingang des Parks.
Irgendwann wunderten wir uns, warum wir unserem Hotel eigentlich nicht näher kamen.
Also fragten wir nach.
Die Antwort war sinngemäß: Wenn wir jetzt nach Hurricane wollten, müssten wir erst einmal durch den ganzen Zion Nationalpark fahren und auf der anderen Seite wieder hinaus.
Das würde noch eine ganze Weile dauern.
Na toll.
Dachten wir jedenfalls.
Heute bin ich ausgesprochen froh, dass wir damals nicht besser aufgepasst haben.
Die schönste falsche Abzweigung der Reise
Wir erreichten den Zion Nationalpark über den East Entrance.
Natürlich machten wir erst einmal das obligatorische Foto am Parkeingang.
Anschließend folgten wir der Utah Route 9, dem Zion–Mount Carmel Highway.
Und diese Strecke ist wirklich fantastisch.
Schon im östlichen Teil des Nationalparks verändert sich die Landschaft ständig. Die Felsen haben unterschiedliche Farben und Strukturen, die Straße windet sich zwischen gewaltigen Formationen hindurch.
Wir kamen unter anderem an der Checkerboard Mesa vorbei und hielten immer wieder an, um Fotos zu machen.
Bis dahin fanden wir die Landschaft bereits großartig.
Aber wir wussten noch nicht, was uns erwartete.
Irgendwann erreichten wir den Zion–Mount Carmel Tunnel.
Die Fahrt durch diesen langen Tunnel war schon ein Erlebnis für sich. Man verliert ein bisschen das Gefühl dafür, wie die Landschaft draußen eigentlich verläuft.
Dann sahen wir irgendwann das helle Licht am Ausgang.
Wir fuhren hinaus, unsere Augen mussten sich erst wieder an die Helligkeit gewöhnen.
Und plötzlich lag diese gewaltige Landschaft vor uns.
Rostbraune Felswände, die sich in enorme Höhen erhoben. Dazwischen der strahlend blaue Himmel und hier und da ein paar grüne Bäume.
Ich war auf der Stelle schockverliebt in den Zion Nationalpark.
Anders kann ich es nicht beschreiben.
Natürlich hatte ich vorher schon Bilder gesehen. Aber dieses erste Erlebnis nach der Tunnelausfahrt war etwas völlig anderes.
Wir hielten immer wieder an, machten Fotos und schauten uns um.
Aus unserem vermeintlichen Umweg war einer der schönsten Abschnitte der gesamten Reise geworden.

Mein wichtigster Tipp für den Zion
Viele Besucher kommen von Springdale zum Zion, parken am Visitor Center und fahren anschließend mit den Shuttlebussen in den Hauptcanyon.
Das ist völlig in Ordnung.
Aber wer ausschließlich diesen Teil des Parks besucht, verpasst meiner Meinung nach einen gewaltigen Teil seiner Schönheit.
Die Strecke zwischen dem Osteingang und dem Zion–Mount Carmel Tunnel gehört für mich unbedingt dazu.
Ich würde deshalb jedem empfehlen, diese Straße zumindest einmal zu fahren. Selbst wenn man eigentlich von Springdale aus startet.
Wir fuhren schließlich bis zum Visitor Center am südwestlichen Eingang und informierten uns dort über die Möglichkeiten für den nächsten Tag.
Welche Wanderwege waren geöffnet? Was war für unser Fitnesslevel machbar? Was empfahlen die Ranger?
Mit diesen Informationen machten wir uns auf den Weg nach Hurricane.
Hurricane – ein gutes Hotel und eine riesige Dessertpizza
Unsere Unterkunft war das Wingate by Wyndham Hurricane/Zion National Park.
Ein relativ neues, sauberes Hotel mit gutem Frühstück und Pool.
Für uns war das eine vernünftige Alternative zu den deutlich teureren Unterkünften in Springdale.
Ich persönlich finde Springdale touristisch ziemlich überteuert. Natürlich hat der Ort den großen Vorteil, unmittelbar am Nationalpark zu liegen. Wer mehrere Tage intensiv wandern möchte, für den kann diese Lage sehr praktisch sein.
Für unsere Reise passte Hurricane aber besser.
Und dann kam noch ein Restaurantbesuch, den ich wohl so schnell nicht vergessen werde.
Mountain Mike’s Pizza – die vergessene Bestellung
Am Abend gingen wir zu Mountain Mike’s Pizza.
Ich habe in den USA schon reichlich Pizza gegessen. Gute, weniger gute und gelegentlich auch welche, bei denen man sich fragt, was der Koch eigentlich vorhatte.
Die Pizza bei Mountain Mike’s fand ich richtig klasse.
Schön knusprig, gut belegt, leckere Sorten und ein angenehm lockerer Laden.
Allerdings lief bei unserer Bestellung irgendetwas schief.
Wir warteten.
Und warteten.
Irgendwann fragten wir nach.
Offenbar war unsere Bestellung vergessen worden.
Die Mitarbeiter entschuldigten sich mehrfach und versprachen uns als Wiedergutmachung einen Nachtisch aufs Haus.
Das fanden wir nett.
Als unsere Pizza schließlich kam, waren wir mit dem Essen ausgesprochen zufrieden. Und anschließend eigentlich auch ziemlich satt.
Dann brachte man uns den versprochenen Nachtisch.
Eine Dessertpizza.
Und zwar nicht etwa ein kleines Stück süßen Teig, sondern eine Pizza in der Größe einer richtigen Pizza.
Darauf befand sich eine ziemlich großzügige Kombination aus Zucker, Puderzucker und süßem Sirup.
Gesund war das vermutlich nicht.
Aber lecker.
Wir schafften längst nicht alles und waren anschließend vollkommen erledigt.
Falls jemand nach einer Pizza tatsächlich noch richtig Hunger hat: Bei Mountain Mike’s könnte die Dessertpizza eine Lösung sein.
Für uns war sie eher eine Herausforderung.
Zion Nationalpark – jetzt aber richtig
Am nächsten Tag ging es wieder zum Zion.
Diesmal wollten wir den Hauptcanyon erkunden.
Während der Shuttle-Saison ist die Zion Canyon Scenic Drive für private Fahrzeuge weitgehend gesperrt. Besucher nutzen dann die kostenlosen Shuttlebusse, die verschiedene Haltestellen im Canyon anfahren.
Das funktioniert gut. Man steigt dort aus, wo man eine Wanderung beginnen möchte, und fährt später mit einem anderen Shuttle weiter.
Wir hatten uns am Vortag im Visitor Center beraten lassen und entschieden uns für eine Wanderung zu den Emerald Pools.
Zu Fuß zum Upper Emerald Pool
Unser Ziel war der Upper Emerald Pool.
Die Wanderung erschien uns für unsere Kondition passend.
Und das war sie auch.
Natürlich gab es zwischendurch anstrengendere Abschnitte, aber insgesamt war die Strecke für uns gut machbar.
Was mir besonders gefiel, waren wieder die Farben.
Diese mächtigen, rostbraunen Felsen. Der blaue Himmel. Das Grün der Bäume und Pflanzen.
Der Zion hat eine völlig andere Wirkung als der Grand Canyon.
Am Grand Canyon steht man häufig oben und schaut in eine gewaltige Landschaft hinein.
Im Zion bewegt man sich zwischen den riesigen Felswänden hindurch.
Man ist mittendrin.
Nach unserer Wanderung fuhren wir mit dem Shuttle weiter bis zur letzten Haltestelle.
Von dort liefen wir noch ein Stück am Virgin River entlang, in Richtung des Bereichs, von dem aus man weiter zu den berühmten Narrows gelangen kann.
Dort kann man – bei geeigneten Bedingungen und unter Beachtung der aktuellen Parkregeln – teilweise direkt durch den Fluss weiterwandern.
Das haben wir allerdings nicht gemacht.
Für uns war es auch so ein schöner Abschluss unseres Besuchs.
Der Zion hatte mich wirklich begeistert.
Und das lag nicht allein an der Wanderung oder an den bekannten Aussichtspunkten.
Es war die Kombination aus unserer ungeplanten Anfahrt durch den östlichen Parkteil, dem Moment nach dem Tunnel und dem anschließenden Tag im Hauptcanyon.
Wenn ich heute eine Südwesten-Rundreise plane, gehört der Zion für mich deshalb ganz weit nach oben auf die Liste.
Auch über diesen Park wird es noch einen ausführlicheren Beitrag geben. Gerade bei den Wanderungen, den Shuttlebussen und der Wahl des richtigen Übernachtungsortes gibt es einiges zu beachten.
Zurück nach Las Vegas – aber noch lange nicht fertig
Nach dem Zion führte uns die Reise zurück nach Las Vegas.
Man könnte meinen, dass nach Grand Canyon, Antelope Canyon und Zion die großen Höhepunkte bereits hinter uns lagen.
Das stimmt natürlich teilweise.
Aber Las Vegas bietet genügend Möglichkeiten, um auch die letzten Urlaubstage abwechslungsreich zu gestalten.
Und wir hatten noch einiges vor.
Red Rock Canyon – Natur vor der Haustür
Einen weiteren Ausflug machten wir zum Red Rock Canyon westlich von Las Vegas.
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie schnell man die Großstadt hinter sich lassen kann.
Eben noch breite Straßen, Einkaufszentren und Hotels. Wenig später steht man in einer Landschaft aus roten Felsen und Wüstenvegetation.
Wer ohnehin mehrere Tage in Las Vegas verbringt, sollte sich diesen Ausflug einmal ansehen.
Gerade als Kontrast zum Strip gefällt mir die Gegend ausgesprochen gut.
Stratosphere Tower – und wieder diese Höhenangst
Natürlich stand auch der Stratosphere Tower, heute meist einfach The STRAT genannt, auf unserem Programm.
Der Turm gehört zu den auffälligsten Bauwerken der Stadt und bietet einen gewaltigen Blick über Las Vegas und die Umgebung.
Dass ich nicht gerade ein Freund großer Höhen bin, hatte ich ja bereits am Hoover Dam festgestellt.
Aber deshalb muss man sich solche Aussichtspunkte ja nicht grundsätzlich entgehen lassen.
Die Perspektive auf die Stadt ist jedenfalls beeindruckend. Erst von oben wird einem so richtig bewusst, wie weit sich Las Vegas inzwischen in die Wüste ausgedehnt hat.
Ein bisschen Casino gehört dazu
Wir waren natürlich auch in verschiedenen Casinos unterwegs.
Ich muss nicht stundenlang an einem Spielautomaten sitzen, um Las Vegas interessant zu finden. Mir reicht es oft schon, durch die Hotels und Spielbereiche zu laufen und mir anzuschauen, was dort alles passiert.
Diese Mischung aus Glücksspiel, Unterhaltung, Restaurants, Bars und teilweise ziemlich aufwendiger Architektur ist schon speziell.
Und wenn man mit jemandem unterwegs ist, der das alles zum ersten Mal erlebt, macht es gleich noch einmal mehr Spaß.
Dazu gehörten natürlich auch unsere Spaziergänge über den Strip.
Die riesigen Hotelanlagen, die Sphere und das Allegiant Stadium waren immer wieder Gesprächsthema. Gerade diese Bauwerke zeigen, in welchen Dimensionen in Las Vegas gedacht und gebaut wird.
Shopping in Las Vegas – ein kleines Programm für sich
Ich gehe in den USA gerne einkaufen.
Damit meine ich nicht ausschließlich Kleidung oder die üblichen Souvenirs.
Mich interessieren auch ganz normale amerikanische Geschäfte. Läden, in denen man Dinge entdeckt, die es bei uns entweder gar nicht gibt oder die dort völlig anders präsentiert werden.
Entsprechend abwechslungsreich sah unser Shoppingprogramm aus.
Home Depot, REI und ein paar andere Läden
Wir schauten unter anderem bei Home Depot vorbei.
Für jemanden, der amerikanische Baumärkte mag, ist das schon eine interessante Adresse. Die Dimensionen, das Sortiment und die teilweise sehr amerikanischen Produkte machen selbst einen solchen Besuch für mich unterhaltsam.
Auch REI stand auf unserer Liste.
Wer Outdoorbekleidung und Ausrüstung mag, kann dort ziemlich viel Zeit verbringen.
Auch Dick’s Sporting Goods gehörte dazu. Für Sportbegeisterte ist das eine gute Adresse mit großer Auswahl an Sportbekleidung, Schuhen und Ausrüstung. Bei unserem Besuch gab es dort auch gute Preise.
Und natürlich fuhren wir zu den Las Vegas South Premium Outlets.
Ich kenne diese Outlet Mall schon länger und habe dort bisher eigentlich immer etwas gefunden. Die größeren North Premium Outlets standen bei dieser Reise nicht auf dem Programm.
Man muss auch nicht jeden Laden in Las Vegas gesehen haben.
Obwohl wir uns durchaus Mühe gegeben haben.
Bass Pro Shops – was für ein Laden!
Ein besonderes Erlebnis war unser Besuch bei Bass Pro Shops.
Wer noch nie in einem solchen Geschäft war, sollte sich das bei Gelegenheit einmal anschauen.
Das ist nicht einfach nur ein Laden für Outdoorartikel.
Das ist ein ziemlich amerikanisches Einkaufserlebnis.
Campingausrüstung, Angeln, Outdoorbekleidung und jede Menge Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie unbedingt einmal ansehen möchte.
Ich hätte dort problemlos noch mehr Zeit verbringen können.
Auf einem unserer Fotos sitze ich ziemlich zufrieden in einem Campingstuhl, mitten zwischen der ausgestellten Ausrüstung.
Ob ich den Stuhl wirklich gebraucht hätte?
Vermutlich nicht.
Aber man darf ja mal probesitzen.
Pawn Stars – und ein Selfie mit Rick Harrison. Fast.

Wir besuchten auch den berühmten Gold & Silver Pawn Shop, bekannt aus der Fernsehsendung Pawn Stars.
Wenn man die Sendung kennt, möchte man sich den Laden natürlich einmal ansehen.
Und selbstverständlich durfte ein Erinnerungsfoto nicht fehlen.
Allerdings muss ich etwas klarstellen: Mein Selfie mit Rick Harrison zeigt nicht den echten Rick Harrison.
Es war ein Pappaufsteller.
Immerhin war der geduldig genug, für das Foto stehen zu bleiben.
Manchmal sind es wirklich die albernen Kleinigkeiten, an die man sich später besonders gerne erinnert.
Burger gehören für mich zu einem USA-Roadtrip

Natürlich bestand unser kulinarisches Programm nicht ausschließlich aus Pizza.
Wir waren auch bei Five Guys.
Ich mag die Burger dort, und meinem Freund wollte ich diese Kette unbedingt zeigen.
Außerdem besuchten wir In-N-Out Burger.
Gerade im amerikanischen Westen gehört In-N-Out für mich irgendwie dazu. Die Speisekarte ist vergleichsweise übersichtlich, die Burger sind gut und das ganze Konzept hat eine ziemlich treue Fangemeinde.
In Las Vegas gibt es sogar einen In-N-Out Company Store, in dem man passende Fanartikel kaufen kann.
Das ist schon ein bisschen verrückt.
Aber eben auch typisch amerikanisch.
Und weil wir schon beim Essen sind: Auch Wendy’s durfte auf unserer Reise nicht fehlen.
Ein Bacon-Burger, dazu Potato Wedges und ein Getränk – nichts besonders Ausgefallenes, aber genau solche Zwischenstopps gehören für mich zu einem Roadtrip.
Man muss nicht jeden Abend ein besonderes Restaurant suchen.
Manchmal hat man einfach Hunger auf einen guten Burger.
Rollin Smoke BBQ – so schmeckt Amerika
Neben den bekannten Restaurantketten haben wir in Las Vegas auch das Rollin Smoke BBQ am Highland Drive besucht. Für mich eine dieser typisch amerikanischen Adressen, die man in Deutschland nur selten findet. Kein schickes Restaurant mit aufwendiger Einrichtung, sondern ein unkomplizierter BBQ-Laden, bei dem sich alles ums Essen dreht. Genau solche Locations mag ich. Hier geht es nicht um die nächste Touristenattraktion, sondern um ordentliches amerikanisches Barbecue. Wer einmal etwas anderes als Burger, Pizza und die üblichen Restaurantketten ausprobieren möchte, sollte sich Rollin Smoke BBQ auf die Liste setzen.
Neon Museum – das alte Las Vegas
Einen Abend besuchten wir das Neon Museum.
Das Museum sammelt und zeigt alte Leuchtreklamen, die früher einmal zu Hotels, Casinos und anderen Geschäften in Las Vegas gehörten.
Ich hatte schon vorher Bilder davon gesehen und wollte unbedingt einmal selbst dort fotografieren.
Wir entschieden uns gegen eine Führung.
Natürlich hätte ich bei einer Führung mehr darüber erfahren, welches Schild wann vor welchem Hotel hing und welche Geschichte dahintersteckt.
Aber ganz ehrlich: Das war mir an diesem Abend nicht besonders wichtig.
Ich wollte einfach diese alten, teilweise ziemlich ausgefallenen Neonschilder sehen und fotografieren.
Darunter waren Motive wie „Lost Vegas“ und das markante Schild des früheren La Concha Motels.
Gerade abends haben diese alten Reklamen eine ganz eigene Wirkung.
Das Neon Museum zeigt eine Seite von Las Vegas, die man zwischen den riesigen modernen Hotelanlagen am Strip kaum noch findet.
Mir hat dieser Besuch ausgesprochen gut gefallen.

Und wer gerne fotografiert, findet dort reichlich Motive.
Neun Nächte – und gefühlt viel mehr erlebt
Irgendwann war dann tatsächlich unser letzter Tag gekommen.
Neun Übernachtungen sind für eine Reise in die USA nicht besonders viel.
Und wenn ich heute zurückblicke, staune ich selbst ein bisschen, was wir in dieser Zeit alles erlebt haben.
Wir waren auf der Route 66 unterwegs, standen am Grand Canyon, haben die Slot Canyons bei Page erkundet, sind durch den Zion gefahren und haben in Las Vegas wahrscheinlich mehr Geschäfte besucht, als ursprünglich geplant waren.
Wir haben gut gegessen, gelegentlich zu viel gegessen, jede Menge Fotos gemacht und uns über die kleinen Besonderheiten des amerikanischen Alltags amüsiert.
Und wir haben festgestellt, dass selbst eine falsche Abzweigung manchmal genau die richtige Entscheidung sein kann.
Der Rückflug – eine Verbindung, die ich sehr mag
Unser Rückflug ging von Las Vegas nonstop mit KLM nach Amsterdam und von dort weiter nach Hannover.
Ich mag diese Verbindung besonders.
Der Langstreckenflug startet abends in Las Vegas. Bei unserer Reise war das ungefähr gegen 20 Uhr Ortszeit.
Man hat also noch etwas vom letzten Urlaubstag, kann anschließend im Flugzeug versuchen zu schlafen und landet am nächsten Tag gegen Mittag in Amsterdam.
Nach dem kurzen Weiterflug ist man am Nachmittag oder frühen Abend wieder in Hannover.
Das finde ich ausgesprochen angenehm.
Man kommt nach Hause, kann beim Abendessen der Familie erzählen, was man alles erlebt hat, und freut sich irgendwann darauf, endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen.
Auch das gehört zu einer schönen Reise.
Würde ich diese Rundreise noch einmal so machen?
Ja.
Allerdings würde ich bei etwas mehr verfügbarer Zeit an einigen Stellen zusätzliche Übernachtungen einplanen.
Der Südwesten der USA ist einfach zu abwechslungsreich, um ihn auf ein paar bekannte Nationalparks zu reduzieren.
Unsere Reise war bewusst kompakt geplant. Wir wollten meinem Freund in relativ kurzer Zeit möglichst viele unterschiedliche Eindrücke vermitteln.
Dafür hat die Route wunderbar funktioniert.
Die zwei Nächte zum Ankommen in Las Vegas würde ich genauso wieder planen. Auch Page verdient meiner Meinung nach mindestens zwei Nächte, wenn man mehr als nur den Horseshoe Bend sehen möchte.
Und beim Zion würde ich heute sehr genau überlegen, ob ich nicht noch etwas mehr Zeit einplane.
Was ich auf jeden Fall wieder machen würde, ist die Anfahrt über den Osteingang.
Diesmal allerdings ganz bewusst.
Der Südwesten lässt sich beinahe endlos erweitern
Unsere kleine Runde ab Las Vegas ist natürlich nur eine Möglichkeit, den amerikanischen Südwesten kennenzulernen.
Man kann eine solche Reise beispielsweise auch in San Francisco beginnen.
Dann geht es vielleicht zunächst zum Yosemite Nationalpark, anschließend an die kalifornische Küste über Monterey und Santa Barbara nach Los Angeles. Über Palm Springs könnte man weiter Richtung Arizona fahren und irgendwann unsere Route am Grand Canyon aufnehmen.
Oder man ergänzt den Bryce Canyon, das Monument Valley und weitere National- und State Parks.
Allein in Utah könnte ich problemlos mehrere Wochen verbringen.
Es gibt dort so viele schöne Straßen, kleine Orte und Landschaften, dass man sich bei der Planung irgendwann entscheiden muss, was man diesmal weglässt.
Ich glaube, selbst mit zwei Monaten Reisezeit würde man längst nicht alles sehen.
Aber das ist ja vielleicht auch das Schöne an den USA.
Es gibt immer einen Grund, noch einmal wiederzukommen.
Zwei Freunde. Eine Reise, die in Erinnerung bleibt.
Für meinen Freund war diese Rundreise die erste Begegnung mit den USA.
Für mich war es eine weitere Reise in ein Land, das ich inzwischen sehr gut kenne und in dem ich mich immer wieder gerne aufhalte.
Trotzdem war diese Tour anders.
Es macht einfach Spaß, jemandem die USA zu zeigen, der all das zum ersten Mal erlebt.
Zu sehen, wie er über die Größe eines Supermarkts staunt, am Grand Canyon sprachlos wird oder sich über die völlig überdimensionierten Portionen in einem amerikanischen Restaurant amüsiert.
Und manchmal entdeckt man dabei selbst Dinge wieder, die man längst für selbstverständlich gehalten hat.
Wenn ich heute an unsere Reise zurückdenke, fallen mir natürlich die großen Landschaften ein.
Der Grand Canyon. Der Horseshoe Bend. Die gewaltigen Felsen im Zion.
Aber genauso erinnere ich mich an den müden ersten Abend in Las Vegas, meinen ziemlich kurzen Aufenthalt auf der Brücke am Hoover Dam, die vergessene Pizza-Bestellung in Hurricane und das Foto mit dem Papp-Rick-Harrison.
Und natürlich an die falsche Abzweigung in Kanab.
Denn die hat uns gezeigt, dass man bei einem Roadtrip manchmal auch dann auf dem richtigen Weg ist, wenn das Navi etwas anderes behauptet.


