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Shopping in den USA – was lohnt sich noch?

ca. 7 Min. Lesezeit

Ich habe mir einmal einen USB-Stick aus einem USA-Urlaub mitgebracht. 2 GB Speicherplatz. Damit war ich zu Hause der King.

Das ist inzwischen ziemlich lange her. Amazon gab es für uns als selbstverständliche Einkaufsquelle noch nicht, internationale Onlineshops spielten kaum eine Rolle und manche technischen Dinge waren in den USA tatsächlich früher oder deutlich günstiger zu bekommen als bei uns.

Heute würde ich wegen eines USB-Sticks wahrscheinlich nicht einmal mehr einen zusätzlichen Gang durch einen Walmart machen.

Shopping gehört für mich trotzdem noch immer zu einem USA-Urlaub dazu. Nur die Art, wie wir einkaufen, hat sich in den vergangenen gut 25 Jahren ziemlich verändert.

Früher musste ich in jedes Geschäft

Bei meinen ersten USA-Reisen war praktisch alles neu. Wenn wir in einer Mall waren, bin ich in Geschäfte gegangen, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Nicht unbedingt, weil ich etwas kaufen wollte. Ich wollte einfach wissen, was es dort gibt.

Amerikanische Malls waren damals für mich fast schon eine Sehenswürdigkeit. Andere Geschäfte, andere Marken, andere Produkte und teilweise Preise, bei denen man als Deutscher zweimal hingeschaut hat.

Elektronik war ein großes Thema. Gar nicht unbedingt Fernseher, Computer oder andere teure Geräte. Es waren häufig die kleinen Dinge, die man bei uns noch nicht oder nur für deutlich mehr Geld bekam. Mein 2-GB-USB-Stick war so ein Fall.

Heute hat sich diese Welt komplett verändert. Fast alles ist auch in Deutschland erhältlich und mit wenigen Klicks bestellt. Bei Elektronik kommt hinzu, dass ein vermeintliches Schnäppchen aus den USA spätestens bei Garantie, Kompatibilität und eventuell anfallenden Einfuhrabgaben schnell weniger interessant werden kann.

Und natürlich bin ich selbst über 25 Jahre älter geworden. Meine Interessen haben sich ebenfalls ein wenig verändert.

Heute weiß ich ziemlich genau, wohin ich möchte

Wenn wir heute ein großes Outlet Center ansteuern, laufen wir nicht mehr von Geschäft zu Geschäft und schauen überall hinein.

Ich brauche eigentlich nur drei.

Bei Under Armour schaue ich nach Sportbekleidung. Danach geht es zu Tommy Hilfiger, denn an Poloshirts komme ich nur schwer vorbei. Wenn noch Schuhe auf der Einkaufsliste stehen, folgt eventuell Foot Locker oder alternativ Rack Room Shoes.

Meine Frau möchte zu Banana Republic, meine Tochter freut sich auf GAP und mein Sohn schaut vielleicht noch bei Nike vorbei.

Das war es dann meistens auch schon.

Eine riesige Outlet Mall mit unzähligen Geschäften kann für uns deshalb inzwischen erstaunlich überschaubar sein. Wir wissen vorher, was wir suchen, steuern die entsprechenden Geschäfte an und nach ungefähr zwei Stunden sind wir normalerweise wieder am Auto.

Kofferraum eines Mietwagens mit Einkaufstüten nach einem Shoppingtag in den USA

Der Kofferraum ist dann trotzdem gut gefüllt und die Kreditkarte freut sich auf eine kleine Pause.

Wir kaufen also wahrscheinlich gar nicht unbedingt weniger als früher. Wir kaufen einfach bewusster.

Bevor du ins Outlet fährst: nach Coupons schauen

Was ich vor einem Outlet-Besuch inzwischen fast immer mache: nach Coupons suchen.

Bei Tanger gibt es beispielsweise über den TangerClub und die Tanger-App digitale Coupons und weitere Angebote. Welche Marken teilnehmen und welche Rabatte gerade verfügbar sind, kann sich natürlich ändern. Deshalb schaue ich kurz vor dem Besuch nach, was aktuell angeboten wird.

Einfach an der Kasse fragen

Selbst wenn du keinen passenden Coupon gefunden hast, kannst du an der Kasse freundlich fragen: “Are there any coupons I could use?” Das hat bei mir tatsächlich schon funktioniert. Einen Anspruch darauf gibt es natürlich nicht – aber fragen kostet nichts.

Gerade bei mehreren Einkäufen können solche zusätzlichen Rabatte am Ende einen spürbaren Unterschied machen. 

Ist im Outlet wirklich alles günstiger?

Nein. Und ich würde inzwischen auch nicht mehr automatisch davon ausgehen.

Manchmal ist der Preis richtig gut, manchmal ist er nur okay und manchmal bekomme ich einen vergleichbaren Artikel in Deutschland während einer Aktion genauso günstig.

Dazu kommt eine amerikanische Besonderheit: Der ausgezeichnete Preis ist normalerweise noch nicht der Betrag, der am Ende tatsächlich auf der Kreditkarte landet. Je nach Bundesstaat und Ort kommt die jeweilige Sales Tax hinzu.

Deshalb mache ich aus dem Shopping inzwischen keine Wissenschaft. Bei einem Poloshirt oder einer Sporthose weiß ich ungefähr, was ich in Deutschland bezahlen würde. Ist der Preis gut, gefällt mir das Teil und brauche ich es ohnehin, nehme ich es mit.

Nur weil irgendwo „Outlet“ über dem Eingang steht, muss ich nicht automatisch mit drei Tüten wieder herauskommen.

Und dann gibt es Dinge, bei denen der Preis völlig egal ist

Bei einer Sache versagt meine inzwischen so vernünftige Einkaufsstrategie allerdings regelmäßig.

Kühlschrankmagnete.

Von Orten, die wir besucht haben, nehme ich gerne einen Magneten mit. Nicht weil er besonders wertvoll wäre und schon gar nicht, weil er in den USA günstiger ist. Er erinnert mich einfach an die Reise.

Kühlschrank mit zahlreichen Reisemagneten aus den USA

Das Problem ist inzwischen weniger der Preis als der verfügbare Platz. Wenn das so weitergeht, brauchen wir irgendwann einen zweiten Kühlschrank.

Aber genau deshalb gehören solche Kleinigkeiten für mich ebenfalls zum Shopping im Urlaub. Nicht alles, was sich lohnt, muss ein Schnäppchen sein.

Das gilt für Lebensmittel genauso

Auch bei Lebensmitteln rechne ich nicht aus, ob eine Sauce in den USA nun zwei Euro günstiger oder drei Euro teurer ist als ein vergleichbares Produkt zu Hause.

Ich kaufe Dinge, die wir mögen und die ich in Deutschland nicht oder nur schwer bekomme. Wenn Wochen nach der Reise zu Hause eine Flasche Chick-fil-A Sauce auf den Tisch kommt, ist für einen kurzen Moment wieder ein bisschen USA da.

Finanziell lässt sich das kaum sinnvoll bewerten. Für mich lohnt es sich trotzdem.

Was bei mir im amerikanischen Supermarkt regelmäßig im Einkaufswagen landet, habe ich deshalb noch einmal in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

USA-Supermarkt: Was landet bei mir im Einkaufswagen?

Was lohnt sich für andere trotzdem noch?

Meine persönliche Einkaufsliste ist heute ziemlich überschaubar. Von meinen Kunden höre ich aber immer wieder, dass bei ihnen ganz andere Dinge im Koffer landen.

Vor allem amerikanische Markenbekleidung und Schuhe sind nach wie vor beliebt. Jeans, Sneaker, Sportbekleidung oder Kleidung amerikanischer Marken können insbesondere bei Sales und zusätzlichen Outlet-Coupons interessant sein.

Auch Kosmetik und Pflegeprodukte werden mir immer wieder genannt. Dabei geht es nicht zwingend um einen großen Preisvorteil. Teilweise sind bestimmte Marken, Varianten oder Düfte in den USA einfacher erhältlich als bei uns.

Ähnlich sieht es bei Outdoor- und Sportartikeln aus. Wer ohnehin ein bestimmtes Produkt einer amerikanischen Marke sucht, sollte ruhig vergleichen. Das Smartphone hat man schließlich dabei und der deutsche Preis ist innerhalb einer Minute gefunden.

Bei Elektronik wäre ich heute wesentlich zurückhaltender. Einzelne Angebote können natürlich noch interessant sein. Aber anders als zu Zeiten meines legendären 2-GB-USB-Sticks würde ich nicht mehr automatisch davon ausgehen, dass Technik in den USA ein Schnäppchen ist.

Den Zoll nicht vergessen

Bei der Rückreise nach Deutschland gelten Freigrenzen. Für Flugreisende beträgt die Reisefreimenge für andere Waren derzeit insgesamt 430 Euro pro Person. Wichtig: Die Freigrenzen mehrerer Reisender können bei einem einzelnen, nicht teilbaren Gegenstand nicht einfach zusammengerechnet werden. Liegt beispielsweise ein einzelner Artikel über der persönlichen Freigrenze, gelten dafür besondere Regeln. Kaufbelege solltest du bei größeren Einkäufen deshalb aufbewahren.

Die aktuellen Bestimmungen solltest du vor deiner Reise noch einmal direkt beim deutschen Zoll prüfen. Die offiziellen Regeln und Reisefreimengen findest du auf der Website des Zolls.

Shopping gehört für mich immer noch zum USA-Urlaub

Kaufen wir heute weniger als früher? Wahrscheinlich gar nicht unbedingt.

Aber wir kaufen anders.

Früher bin ich durch eine amerikanische Mall gelaufen und wollte wissen, was sich hinter jeder Ladentür verbirgt. Heute parke ich vor dem Outlet und weiß ziemlich genau, in welche drei Geschäfte ich möchte.

Zwei Stunden später ist der Kofferraum trotzdem voll, die Kreditkarte braucht eine Pause und irgendwo zwischen den Einkaufstüten liegt garantiert noch ein Kühlschrankmagnet.

Eigentlich hat sich also gar nicht so viel verändert.

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