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Wendy’s – seit fast 25 Jahren mein Burger in den USA

ca. 7 Min. Lesezeit

„Was möchtest du essen?“

Die Frage kam ziemlich schnell, nachdem mich mein bester Freund bei meinem ersten Besuch in den USA vom Flughafen abgeholt hatte. Das war im Jahr 2002, Stand heute also vor fast 25 Jahren.

Meine Antwort war mindestens genauso schnell: Burger und Nuggets. Ich war schließlich in den USA.

Daraufhin stellte er mir eine Frage, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte:

„Zwei oder drei Patties?“

Okay. Willkommen in Amerika.

Ich entschied mich für zwei und kurze Zeit später bogen wir bei Wendy’s in den Drive-through ein. Wenige Augenblicke danach stand eine große braune Tüte im Auto und etwas später saßen wir bei meinem Freund zu Hause am Tisch.

Und ich war begeistert.

So hatte ich mir einen amerikanischen Burger vorgestellt

Der Burger hatte richtig Geschmack. Das Fleisch war saftig, der Käse passte dazu und trotzdem konnte ich die einzelnen Zutaten noch herausschmecken.

Vor allem aber schmeckte der Burger nach Fleisch.

Das war für mich damals ein ziemlicher Unterschied zu den Burgern einer gewissen großen Fast-Food-Kette, die ich aus Deutschland kannte. Auch die Chicken Nuggets bei Wendy’s fand ich richtig gut.

Damit war mein erster Wendy’s-Besuch gleichzeitig einer meiner ersten kulinarischen Eindrücke von den USA.

Danach habe ich Wendy’s tatsächlich eine Zeit lang etwas aus den Augen verloren. Auf meinen Reisen gab es schließlich immer wieder Neues auszuprobieren. Seit einigen Jahren gehört die rothaarige Dame für mich aber wieder fest dazu.

Mindestens einmal pro USA-Reise. Meistens eher öfter.

Fast 30 Jahre später sind es immer noch zwei Patties

Seit meinem ersten Besuch hat sich einiges geändert. Meine Bestellung erstaunlich wenig. Wenn ich heute bei Wendy’s vor der Speisekarte stehe, lande ich fast immer beim Dave’s Double. Zwei Patties reichen mir offenbar noch immer.

Warum ausgerechnet der Dave’s Double?

Bei Burgern bin ich ziemlich langweilig.

Ich brauche keinen Burger, der so hoch gestapelt ist, dass ich ihn kaum noch in den Mund bekomme. Ich brauche auch nicht fünf verschiedene Soßen, Röstzwiebeln, Jalapeños, Barbecue-Sauce und noch irgendetwas, das gerade besonders ausgefallen klingt.

Eigentlich möchte ich nur einen richtig guten Cheeseburger.

Und genau das ist der Dave’s Double für mich.

Wendy’s packt auf den Burger zwei Beef-Patties, American Cheese, Salat, Tomate, Gurke, Zwiebel, Ketchup, Senf und Mayo. Mehr brauche ich nicht. Wendy’s wirbt außerdem bis heute damit, für seine Burger in den USA frisches und nicht tiefgefrorenes Rindfleisch zu verwenden. Beim Dave’s Double sind es zwei Patties mit zusammen ungefähr einem halben Pfund Rohgewicht.

Für mich muss ein richtig guter Burger genau so sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Dave's Double mit Chicken Nuggets, Pommes und Getränk bei Wendy's

Dazu nehme ich meistens Pommes und Nuggets. Wendy’s hat natürlich noch erheblich mehr auf der Karte – Chicken Sandwiches, Chili, Ofenkartoffeln, Salate und den bekannten Frosty zum Beispiel. Ich komme nur selten dazu, mich ausführlich damit zu beschäftigen.

Der Dave’s Double gewinnt dann doch wieder.

Die Filialen sind eher unspektakulär

Wer bei Wendy’s große amerikanische Erlebnisgastronomie erwartet, wird vermutlich enttäuscht.

Die Restaurants, in denen ich bisher war, waren meistens ziemlich schlicht eingerichtet. Und zumindest bei meinen Besuchen war dort selten wahnsinnig viel los.

Das stört mich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Auto abstellen, reingehen, bestellen, essen und weiterfahren – für einen Roadtrip passt das bestens.

Und dann ist da natürlich noch die Getränkestation.

In vielen amerikanischen Fast-Food-Restaurants gehört Selbstbedienung bei den Getränken einfach dazu. Bei meinen Wendy’s-Besuchen konnte ich aus zahlreichen Coca-Cola-Produkten auswählen, teilweise auch aus Sorten und Geschmacksrichtungen, die wir in Deutschland gar nicht oder nur schwer bekommen.

Und wenn kostenlose Refills angeboten werden, nutze ich die natürlich auch.

Nach dem Essen wird der Becher noch einmal aufgefüllt und kommt mit ins Auto. Schließlich liegen auf einer USA-Reise meistens noch ein paar Meilen vor mir.

Mein Wendy’s-Tipp

Wenn du Wendy’s noch nicht kennst und Burger nicht völlig überladen magst, würde ich mir den Dave’s Double anschauen. Dazu ein paar Nuggets und Pommes – und du weißt ziemlich genau, warum ich dort seit fast 30 Jahren immer wieder lande.

Wendy’s findest du fast überall in den USA

Für Reisende hat Wendy’s einen ziemlich praktischen Vorteil: Man muss seine Route nicht danach planen.

Aktuell gibt es Wendy’s in allen 50 US-Bundesstaaten. Die offizielle Standortsuche listet mehr als 5.600 Restaurants in den Vereinigten Staaten. Allein in Florida sind es derzeit mehr als 470, in Texas mehr als 420 und selbst in Alaska gibt es Wendy’s. 

Das unterscheidet Wendy’s beispielsweise von einigen regionalen Burgerketten, die man nur in bestimmten Teilen der USA findet.

Für mich bedeutet das: Irgendwann auf einem Roadtrip taucht das rote Wendy’s-Schild ziemlich sicher am Straßenrand auf.

Aber läuft Wendy’s eigentlich noch gut?

Diese Frage habe ich mir tatsächlich schon gestellt. Denn wenn ich bei Wendy’s esse, sind die Restaurants häufig erstaunlich ruhig.

Ganz so falsch scheint mein Eindruck zumindest momentan nicht zu sein.

Wendy’s ist nach wie vor ein riesiges Unternehmen. Ende des zweiten Quartals 2026 gehörten weltweit 7.180 Restaurants zum System, davon 5.724 in den USA. Allein in diesem Quartal erzielten die Wendy’s-Restaurants weltweit Systemumsätze von rund 3,4 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig läuft das Geschäft in den USA derzeit nicht besonders gut. Im zweiten Quartal 2026 lagen die US-Systemumsätze 8,2 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresquartal, die vergleichbaren Restaurantumsätze gingen um 7,0 Prozent zurück. Wendy’s selbst arbeitet deshalb an einem Turnaround. 

Dass eine einzelne Filiale bei meinem Besuch ziemlich leer ist, sagt natürlich wenig über das gesamte Unternehmen aus. Aber ganz sorgenfrei scheint man bei Wendy’s derzeit tatsächlich nicht zu sein.

Meinen Dave’s Double bekomme ich trotzdem weiterhin an mehr als genug Orten.

Und beim nächsten USA-Trip?

Dann wird es irgendwann wieder passieren.

Wir sind ein paar Tage unterwegs, haben morgens das Hotel verlassen und irgendwann bekomme ich Hunger. An einer Interstate-Ausfahrt oder irgendwo an einer großen Straße taucht das Wendy’s-Schild auf.

Dann muss ich nicht lange überlegen.

Dave’s Double. Pommes. Nuggets. Getränk.

Eigentlich ziemlich unspektakulär.

Aber wenn ich dann den ersten Bissen nehme, denke ich manchmal daran zurück, wie mich mein bester Freund vor fast 25 Jahren vom Flughafen abgeholt hat.

„Zwei oder drei Patties?“

Meine Antwort ist noch immer dieselbe.

Zwei.

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